Neuigkeiten aus Laongo und Burkina
Podcast: Im Land der aufrichtigen Menschen
Unser Vorstandsmitglied Klaus Jansen-Kayser produziert und veröffentlicht regelmäßig Podcasts zur Entwicklung der deutschen Psychiatrie und teilweise auch der Nachbarländer der letzten 50 Jahre und bewertet diese subjektiv und kritisch. Klaus ist selber ein langjähriger Akteur und Kenner der Psychiatrie-Szene.
Für den aktuellen Podcast hat er Mamadou Tapsoba gebeten, einen kurzen Bericht über die Situation der Menschen in Burkina Faso mit psychischen Erkrankungen zu geben.
Auch der aktuelle Musikbeitrag ist auf das Land Burkina Faso abgestimmt.
Solarpanels für die Gesundheitsstation
Das ganze Jahr über besteht in Burkina Faso ein hohes Risiko an Malaria zu erkranken. Jetzt war es mal wieder soweit: das Gesundheitszentrum in Laongo musste eine große Anzahl von Malariakranken aufnehmen und behandeln. Allerdings gab es bisher keinen Strom im Zentrum, was die Arbeit erheblich erschwerte. Wir konnten mit einem kleineren Beitrag aus der Vereinskasse helfen.
Besuch aus Laongo – so ging es weiter
Am Montag, den 29. September, begann unser Tag mit einem intensiven Austausch bei Agisra e.V. in Köln-Ehrenfeld. Die psychosoziale Beratungsstelle unterstützt Frauen mit Migrations- und Fluchterfahrung, die Gewalt in unterschiedlichster Form erlebt haben – von Frauenhandel über Zwangsverheiratung bis hin zu Genitalbeschneidung. Unsere Gäste aus Burkina Faso brachten viele eigene Erfahrungen und Beispiele mit, sodass ein bewegendes Gespräch entstand, das die Brücke zwischen Köln und Laongo auf eindrucksvolle Weise sichtbar machte.
Nach diesem schweren Vormittag wurde es leichter: Bei den Jansen-Kaysers stärkten wir uns mit selbstgemachter Kürbissuppe und frischem Apfelkuchen mit Sahne. Ein kleiner Spaziergang durch die Kölner Südstadt führte uns anschließend in die Druckerei Block 6, wo Philip mit Begeisterung seinen Arbeitsplatz präsentierte und erklärte.
Der Abend stand ganz im Zeichen von Bewegung: Gymnastik in Ediths Frauengruppe und Fußball für die Männer auf den Rheinwiesen beim Klub Dynamo Rheinpark – ein Stück Alltag, das unsere Gäste neugierig und voller Freude mitnahmen.
Mittwoch, 30. September, war wieder randvoll gefüllt. Zunächst besuchten wir die Gesamtschule Holweide und trafen eine Französischklasse der 12. Jahrgangsstufe. Nach einem regen Austausch und einer Schulführung wurden wir zum Mittagessen in die Mensa eingeladen, wo Gespräche und Begegnungen weitergingen.
Am Nachmittag führte uns die Tour quer durch die Stadt zur Gemüsekooperative Köln-Lövenich. Die Vielfalt des biologischen Anbaus von Gemüse und Obst beeindruckte unsere Gäste besonders – schließlich spiegelt dies direkt das aktuelle Projekt in Laongo wider, das ebenfalls auf nachhaltige Landwirtschaft setzt.
Der Höhepunkt des Tages wartete jedoch am Abend: Im Erzählcafé des Allerweltshauses in Köln-Ehrenfeld, organisiert von Edith, berichteten unsere Gäste vom Alltag in ihrem Dorf und vom Leben in Burkina Faso. Der Raum füllte sich mit regem Austausch, Fragen und Geschichten – auf Deutsch, Französisch und in Mooré, einer der Landessprachen von Burkina Faso. Ein Abend voller Lebendigkeit und Vielfalt, bei dem auch Kunstgegenstände verkauft wurden, die unsere Gäste mitgebracht hatten.
Am Donnerstag schließlich vertieften wir den Austausch mit Mamdou über das laufende Landwirtschaftsprojekt und besprachen weitere Themen, die sich am besten im direkten Gespräch klären lassen. Dazwischen lagen leichtere, schöne Momente: ein Spaziergang im Wald, der Einkauf von Kosmetikartikeln, ein Nachmittag im Zoo und schließlich ein herzliches Kennenlernen der erweiterten Familie von Edith und Alberto. Ein Tag, der Arbeit, Austausch und persönliche Begegnungen auf besondere Weise miteinander verband.
Erneut Unterstützung für Geflüchtete
Die Situation in Burkina Faso verschlimmert sich zunehmend. Sehr viele Menschen müssen aus den von Terroristen umkämpften Gebieten aus dem Norden und Osten des Landes fliehen. Einige Familien haben sich in Laongo niedergelassen. Sie mussten ihr gesamtes Hab und Gut, ihre Felder und Tiere zurücklassen und sind auf Hilfe angewiesen.
Mamadou bat uns vor ein paar Wochen um 750 €, um die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen.
Mitglieder unseres Vereins haben gespendet und wir konnten nach kurzer Zeit die gewünschte Summe nach Laongo schicken. Die Lebensmittel wurden gekauft und an die geflüchteten Familien verteilt.
Lebensmittel für Geflüchtete
In Burkina Faso gibt es seit Jahren regelmäßig Angriffe auf die Zivilbevölkerung. Die zunehmende Gewalt zwingt fast 2 Million Menschen zur Flucht. Zwar ist Laongo bisher von dieser Gewalt verschont geblieben, Trotzdem ist das Dorf betroffen, denn auch hier suchen Menschen Zuflucht.
Mamadou schreibt uns dazu:
Unser Land ist vom Terrorismus bedroht und die Verteidigungs- und Sicherheitskräfte kämpfen Tag und Nacht, um die Souveränität unseres Landes zu schützen.
Viele Familien wurden vertrieben, vor allem Frauen und Kinder. Auch in unser Dorf kommen vertriebene Menschen, um sich bei uns niederzulassen. Sie mussten ihre Dörfer verlassen, ohne etwas mitnehmen zu können. Sie haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren und mussten ihre Ernte aufgeben. Viele haben Angehörige verloren, die von den Terroristen hingerichtet wurden.
Eine Frau – mit ihrem Kind im Arm – erzählte uns weinend, dass ihr Mann am Tag der Taufe ihres Babys hingerichtet wurde. Während sie die Tauf- Zeremonie vorbereiteten, kamen Terroristen mit Motorrädern und richteten ihren Mann und einen weiteren Dorfbewohner hin.
Wir brauchen Lebensmittel und Kleidung, um diese vertriebenen Familien zu unterstützen, die schwierige Zeiten durchmachen.
Auch angeregt von einigen Vereinsmitgliedern haben wir uns dazu entschlossen, zur Unterstützung der geflüchteten Familien Geld nach Laongo zu überweisen. Es ist zügig angekommen und die Familien sind sehr froh über die ihnen zugekommen Hilfe.
Dazu schreibt Mamadou:
Der Dorfvorsteher dankt LaongoCologne für die Unterstützung der vertriebenen Familien mit Lebensmitteln, er ist sehr froh darüber, dass die Menschen nun etwas zu essen haben.
Auch der Älteste der Geflüchteten dankt sehr für das Geschenk und sagt, dass alle sehr froh sind, dass LaongoCologne ihnen in den schwierigsten Momenten ihres Lebens hilft. Er sagt, dass sie all ihre Güter in ihrem Dorf verloren haben und gezwungen waren, Tiere, Materialien und Lebensmittel zurückzulassen, um mit ihren Familien nach Laongo zu fliehen und ihr Leben zu retten.
Neue Patenschaften für Schulkinder aus Laongo
- für ein Grundschulkind (50 € pro Jahr)
- für ein Kind, das nach der 6. Klasse ins Gymnasium wechselt (100 € pro Jahr)
Diese Patenschaft soll dann so lange bestehen, wie das Kind eine Schule besucht.
Vielen herzlichen Dank!
Klaus, Philip und Edith
Edith und Alberto in Laongo
Edith Goergen, unser Vorstandsmitglied ist zurzeit in Westafrika. Sie und ihr Ehemann Alberto Reguzzi reisen in mehrere afrikanische Länder. Burkina Faso stand am Anfang ihrer Reise und ein Besuch bei unseren Freundinnen und Freunden in Laongo.
Mamadou Tapsoba hatte ein umfangreiches Besuchsprogramm vorbereitet. Im Mittelpunkt stand natürlich der Fortschritt des Baus der Soumbala Produktionsstätte, das derzeitige zentrale Projekt der Dorfgemeinschaft und des Frauenvereins BoodNoom. Großzügige Spenden an unseren Verein LaongoCologne e.V. und Fördergelder der Schmitz Stiftungen und der Georg Krause Stiftung haben dieses Projekt ermöglicht, sie decken den größten Teil der Kosten ab.
Nach ihrer Rückkehr werden Edith und Alberto ausführlicher von Ihrem Besuch in Laongo berichten. Erste Eindrücke gibt es in der Fotogalerie.
Bau der Soumbala-Produktionsstätte hat begonnen
Im November haben wir über die bewilligten Fördergelder für den Frauenverein BoodNooma in Laongo berichtet. Seit Januar wird nun die Soumbala-Produktionsstätte gebaut. Ein Bauunternehmen hat gemeinsam mit Jugendlichen des Dorfes zunächst all die Steine gegossen und getrocknet, die für den Bau gebraucht werden. Dabei wurde sogar gefilmt und das Ergebnis wollen wir euch nicht vorenthalten.
Dann wurde das Areal vorbereitet, auf dem die Produktionsstätte errichtet wird. Der Bau geht in Windeseile voran – eine erste kleine Halle ist inzwischen sogar schon fertig. Wir korrespondieren fast täglich mit Mamadou Tapsoba und er versorgt uns mit viel schönem Bildmaterial, das den Bau dokumentiert. So können wir den Fortschritt gut verfolgen. Daran möchten wir Euch nun auch teilhaben lassen und haben außer dem Video eine Bildergalerie erstellt – ein paar Bilder gleich hier unten mit einem Link zur großen Bildergalerie.
Weihnachtsgrüße aus Laongo
Förderbewilligung – Produktionsstätte für Soumbala Gewürz
Es hat geklappt: unsere Anträge bei den Schmitz Stiftungen und der Georg-Kraus-Stiftung wurden beide bewilligt!
Am 1. Dezember kann der Bau der Produktionsstätte für den Frauenverein Bood_Nooma in Laongo beginnen!
Unser erstes richtig großes Projekt mit öffentlichen und privaten Geldern!
Es stehen danach noch viele andere Projekte an, für die wir hier schon mal werben wollen:
- Für die Soumbala Produktionsstätte fehlt dann noch die Finanzierung eines Zauns um das gesamte Gelände zum Schutz vor Tieren, die sich sonst über die Pflanzensamen her machen würden;
- Dringend notwendig ist eine Solarstromanlage für die Krankenstation;
- Die bereits erwähnte Obst- und Gemüseplantage, auch zu Ausbildungszwecken;
- ein Zentrum für die jungen Menschen des Dorfes mit Kindergarten, Schulbibliothek, Sportstätten etc.
Wir werden für alle Projekte Anträge stellen – jetzt wo wir gesehen haben, dass wir damit erfolgreich sein können, macht es richtig Spaß!
Aber wir brauchen natürlich für alles auch Eigenmittel, und die bekommen wir nur von Euren Spenden – für die wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken!
Bald ist Weihnachten – da sind wir ja alle in Geberlaune!
Und:
Vielleicht brauchen nicht alle von uns so dringend die Energiepauschale – dann könnten wir sie nach Laongo umverteilen!
Wenn Ihr spendet, dann am besten zweckfrei, weil wir noch nicht genau die Reihenfolge der anstehenden Projekte festgelegt haben.



















